[FOOD] Soll ich Kalorien zählen?

Kalorien zählen

Kalorien zählen – ja oder nein?

Ein heiß diskutiertes Thema, welches auch immer wieder aufgegriffen wird –vom einen verteufelt vom anderen geliebt: Soll ich Kalorien zählen um abzunehmen oder mein Gewicht zu halten. Zuerst einmal möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass es in diesem Artikel ganz um meine persönlichen Erfahrungen geht. Als ich mich vor gefühlten Jahrzehnten zum ersten mal mit Ernährung und Kalorien auseinandergesetzt habe, gab es für mich nur ein Ziel: Ich wollte überflüssige Kilos verlieren, wie das eben so ist! Damals habe ich mich immer wieder gefragt wieso ich einfach nicht abnehmen, dachte ich doch, dass ich normal esse, habe mich auch in meiner Freizeit mit Inliner fahren und Fahrrad fahren bewegt, einfach so – aus Spaß! Aber es tat sich einfach nichts. Hier kam ich dann sehr schnell auf die Idee mir einfach mal ein kleines GU Heft zu kaufen mit den gängigsten Lebensmittel und deren Kalorienzahl, Kohlenhydraten, Eiweißen und Fett. Ich fing also an aus Interesse meine Ernährung aufzuzeichnen und nachzusehen wie viele Kalorien ich denn tatsächlich zu mir nehme und siehe da, es war für meine Körpergröße und Gewicht definitiv zu viel, so war doch meine errechnete Zufuhr damals bei ca. 1.500 Kilokalorien (ohne Abzug von Bewegung). Ich war also wirklich geschockt und begann tagtäglich über ein paar Wochen ein Tagebuch zu führen. Schon nach dieser Zeit bekam ich plötzlich ein Gefühl dafür was für Lebensmittel gut sind, welche Kalorien sie ungefähr haben. Wieviel Eiweiß ich etwa brauche und wieviel von was wo drin ist. Nach und nach ließ ich die Zügel etwas lockerer, konnte mich intuivtiv ernähren, hörte mit dem „Kalorien zählen“ schließlich ganz auf und siehe da, es tat sich auch etwas.
Warum ich euch diese Geschichte erzähle ist ganz einfach: ich bin weder Befürworter noch Gegner vom Kalorien zählen, halte es aber durchaus für sinnvoll, wenn man anfängt sich mit der Ernährung auseinander zu setzen, sich erstmal anzuschauen, wieviel man eigentlich so zu sich nimmt, bzw. evtl. wird einem auch so in dem Moment bewusst, dass man den zweiten Riegel Schokolade jetzt aber eigentlich doch nicht braucht oder auch das zweite Stück Brötchen. Vielleicht fragt ihr euch aber auch einfach wieso ihr nicht abnehmt, esst ihr doch so viel Obst und ernährt euch gesund? Fakt ist, wenn man abnehmen möchte, braucht man einen Kaloriendefizit. Wenn dann bei 1.500 Kalorien am Tag das Frühstück (wie bei mir) schon um die 500 Kalorien hat (trotzdem äußerst gesund ist!) und die eventuelle Pizza mittags aufeinmal 1000 Kalorien, bleibt da natürlich kaum noch Spielraum für ein nettes Abendessen. Kalorien zählen ist für mich nichts alltägliches, aber phasenweise oder wenn man grade anfängt seine Ernährung umzustellen, finde ich es sehr hilfreich! Es gibt mittlerweile unzählige Apps, die einem dabei helfen wie bspw. MyFitnessPal oder Lifesum. Manchmal nutze ich diese Apps immer noch um mir mein Tagesverlauf anzusehen und auch zu sehen wie gut ich mit anderen wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen versorgt bin und wo meine Schwächen liegen bzw. was ich noch besser machen kann.
Dauerhaft empfinde ich das Kalorien zählen als nicht zumutbar und die Lebensqualität geht dahin, aber phasenweise zur Kontrolle und zum besseren Gefühl zu den einzelnen Lebensmitteln finde ich es wirklich eine gute Sache. Wie oben schon erwähnt, ist es meine persönliche Einstellung zu der Sache, wer an einer Essstörung leidet ist hier natürlich ganz klar VORSICHT geboten. Mir geht es lediglich um ein gutes Gefühl zu den Lebensmittel und dem Wissen was man und wieviel man davon zu sich nehmen sollte, wieviel dem Körper genügt und was einfach zu viel ist. Es darf niemals zum Zwang werden und wie erwähnt ist es keine dauerhafte Lösung, aber es kann ein Anfang in eine gesunde und vor allem bewusste Ernährung sein.
Ich lese sehr häufig von Leuten, dass das einen in den Wahnsinn treiben oder in eine Essstörung bringen würde, aber ich halte mich für psychisch sehr stabil und für mich führte es eher in eine gesunde Ernährung und ich bekam ein gewisses Verständniss für Lebensmittel. Man bekommt so z.B. auch automatisch mit, was eine Portion, eine Handvoll etc. bedeutet. Denn der Maßstab sind nicht die vollen Teller im Restaurant. Die meisten wissen garnicht mehr, was eine Portion eigentlich ist, weil sich ja immer nur die Teller vollgeladen werden. Ich esse auch gerne mal etwas mehr, so ist es ja auch nicht, aber das allgemeine Verständniss für unsere Lebensmittel geht irgendwie verloren und das finde ich sehr schade.
Wie steht ihr zu dem Thema „Kalorien zählen“?

 

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5 Kommentare

  1. Beauty Mango
    30. Juli 2015 / 16:07

    Anfang des Jahres habe ich mit Lifesum Kalorien gezählt um wie du schon sagst, einfach mal zu sehen, wie viel ich eigentlich esse. Eine Zeit lang habe ich dann mein essen immer eingeben, aber auf Dauer ist das iwie nicht so toll, wenn man ständig sein Essen wiegt etc. Mittlerweile weiß ich wie viel ich ungefähr essen kann und nehme auch so ab. 🙂 Bis ich mein Ziel erreicht habe, dass dauert allerdings noch ein Weilchen xD

  2. 29. Juli 2015 / 8:43

    Wie du schon sagst: Es ist wichtig, sich mit seiner Ernährung auseinander zu setzen. Mir geht es nicht darum, wie viele Kalorien ein Stück irgendwas hat, sondern kategorisiere mein Essen mehr in "Gut, geht immer" und "Sollte nicht zu oft gegessen werden". Aber gerade anfangs ist es wichtig, dass man weiß, welche Lebensmittel vielleicht doch kalorienreicher sind, als man vermutet!

  3. 29. Juli 2015 / 7:42

    Ich habe vor einiger Zeit mal eine 1200 kal Diät gemacht. Da war ich auch erstmal geschockt, wieviel ich eigentlich immer zu mir genommen habe. Und dass ich auch mit 1200 kal satt werden konnte. Mit hat das Kalorienzählen demnach sehr geholfen. Seitdem halte ich es wie Du: ab und zu benutze ich Lifesum, um zu kontrollieren, wieviel ich zu mir nehme, aber auch Dauer halte ich das nicht durch. Man bekommt ja auch eigentlich ein ganz gutes Gespür dafür, wieviel man wovon essen sollte. Und dass Süssigkeiten in Massen einem den ganzen Tagesplan verderben können, ist ja auch irgendwie logisch. Ich überlege mir meistens zweimal, ob ich jetzt wirklich die Reihe Schokolade noch essen soll oder lieber etwas, was mich dann auch wirklich satt macht und gesünder ist.

  4. Lena Schnittker
    29. Juli 2015 / 6:42

    Ich mache das seit zwei Monaten auch, weil endlich mal wieder ein paar Kilo (mehr) runter müssen. Sonst habe ich eine Diät/ Ernährungsumstellung (bestenfalls) höchstens 3 Wochen durchgehalten. Dann habe ich wieder normal gegessen und die Kilos kamen natürlich langsam wieder. Nun habe ich mir eine App geholt. Ich finde das sehr hilfreich, dass man schwarz auf weiß sieht, wann man Stopp machen sollte für den Tag. Und ich freue mich, wenn ich z.B. nur 85% verbraucht habe. Und wie du schon sagst, wird man nochmal erinnert, wie viel Kalorien alleine in ein paar Stückchen Schokolade etc. stecken. Inzwischen habe ich in den ca. 8 Wochen 8kg verloren und will weiter am Ball bleiben. lg

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