[FOOD] 6 Monate vegan – Wie kam es dazu?

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6 Monate vegan – Wie kam es dazu?

ACHTUNG! Lesen auf eigene Gefahr! Das hier ist meine persönliche Meinung, ich möchte damit niemanden angreifen. Außerdem sind die Infos aus einem Buch und aus dem World Wide Web, d.h. s ist kein fundiertes Wissen. Ich habe diese Dinge nie selbst erlebt!

Ich wurde nun schon so häufig und immer wieder gefragt, wieso ich vegan esse. Ob ich auch „Veganer“ bin oder ob es nur um die Ernährung geht, dass ich nun nach 6 Monaten „Veganismus“ ein Fazit schreiben möchte. Mittlerweile ist eben doch eine gewisse Zeit vergangen, ich habe viel gelesen und mich sozusagen eingelebt. Aber beginnen wir doch einfach mal ganz chronologisch von vorne. Auch hat sich der Beitrag etwas verselbstständigt und aus einem Teil wurden dann doch mehrere. Mein Fazit bekommt ihr also erst am Ende der nächsten Teile.

Wie kam ich zum Veganismus!

Ich habe mich schon viele Jahre mit gesunder Ernährung auseinandergesetzt. Ihr wisst ja, du bist was du isst.. Ich wollte gesund sein, vital, aktiv und nicht müde, abgeschlagen und gestresst. Lange Zeit ging das als Carnivoren (aka. Fleischfresser) auch ganz wunderbar, auch wenn ich immer mal wieder auf die schiefe Bahn gerutscht bin und mich teilweise Wochen nur oder hauptsächlich von Junkfood ernährt habe. Mein größtes Problem: Meine Gesundheit. Ich habe schon unglaublich viel ausprobiert und mein Immunsystem war „a total mess“ die letzten Jahre. Ich wollte es irgendwie stabilisieren. Okay, meine Tochter kam in den Kindergarten, war sowieso sehr viel krank und sie ein kleines Mamakind (und Mamas big love) und dadurch wurde ich einfach immer wieder angesteckt. 2 Wochen Erkältung, 5 Tagen Ruhe, 3 Tage Magen Darm, 2 Tage Ruhe, nächste Grippe usw.. Das ging sicher 2 Jahre so und ich war es so satt! Ich war immer davon überzeugt, dass die meisten Krankheiten ernährungsbedingte Krankheiten sind und ich habe Unmengen ausprobiert (Algen, Kurkumakapseln, Gerstengrassäfte) um endlich langfristig gesund zu werden. Die Dinge sind sicher alle sehr gut, aber nicht, wenn es an anderer Ecke fehlt. Deshalb steht wohl auch auf jedem Nahrungsergänzungsmittel, dass die Voraussetzung eine gesunde Ernährung ist. (So oder so ähnlich)

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Das war natürlich noch nicht alles über das ich mir Gedanken gemacht habe. Ich war schon länger wieder nicht ganz so glücklich mit meiner Figur. Klar, ich bin jetzt nicht übergewichtig, aber jeder hat seine Problemzonen. Und mit zunehmendem Alter wird es nicht gerade einfacher so manche Fettpölsterchen loszuwerden. Ich war recht erfolgreich mit Kayla Itsines BBG und auch mit vielen anderen Sportprogrammen, die mir den Atem raubten, aber das war teilweise einfach so anstrengend und unglaublich kraftraubend, dass ich das durchgehend nicht halten konnte. Jeden Tag Sport plus dann Duschen, täglich Haare waschen usw.. das ging einfach nicht immer. Zumal es auch immer einfach nervenzerreissend war das ganze neben meiner Tochter zu machen, die sich auf der Couch ausruhte, weil sie wegen Krankheit nicht in den Kindergarten gehen konnte. Zwar beschäftigt sie sich extrem gut mit sich selbst mittlerweile, malt stundenlang und es genügt ihr, wenn jemand mit im Raum ist, aber das war immer ein Kraftakt, völlig außer Puste, noch mit ihr zu sprechen.

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Lange Rede kurzer Sinn: Ich stöberte mal wieder nach ein paar Büchern, die sich um gesunde Ernährung drehten. Mir ging es nicht um eine Diät, sondern einfach darum, wieder in die richtige Bahn gelenkt zu werden. So kam ich zu Skinny Bitch. Nicht nur ein sehr provokanter Titel, nein auch extrem provokant geschrieben alla „Ti**** auf den Tisch“ – hier sprechen wir ungeschönt Klartext! Ich wusste vorher übrigens absolut nicht, dass es hier um vegane Ernährung geht! Das hat sich erst im Laufe des Lesens heraus kristallisiert. Und um es auf den Punkt zu bringen: Ich war schockiert! Bei teilweise ganzen Textpassagen kam es mir buchstäblich hoch (entschuldigt bitte) und irgendwas passierte da in mir. Und das kam tatsächlich von heute auf morgen.

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Ein paar Punkte aus dem Buch, die an mir sehr hängen geblieben sind, erzähle ich euch einfach kurz (oder lang):

  • Es spielt keine Rolle ob ein Tier „Bio“ ist oder nicht, geschlachtet werden sie alle gleich. Es gibt keine Luxusschlachterei, bei dem das „Bio“ Tier so gut wie möglich behandelt wird. Die Qualität des Fleisches ist ganz klar besser, aber die Tiere werden genauso in Reihen aufgestellt und mit einem Bolzenschuss, der sehr häufig auch schief geht, erschossen. Der Zeitdruck ist so groß, weil die Menschheit immer mehr Fleisch will, am besten so billig wie möglich, dass so schnell wie möglich gearbeitet werden muss. Wenn die Tiere durch den Schuss nicht sterben und ihnen nur das halbe Gesicht weggefetzt wird, ja dann ist das halt so, müssen sie dann eben bei lebendigem Leib gehäutet und in Stücke zerteilt werden, irgendwann fallen sie schon in Ohnmacht und sterben. Die Tiere, die noch leben und auf ihren Gnadenschuss warten, müssen das alles mit ansehen, schreien, haben Todesangst. Es gibt einige Stimmen, die behaupten, dass dieses ganze Leid mitgegessen wird. Adrenalin wird in großen Mengen ausgeschieden, das Herz schlägt schneller, mehr Blut wird durch den Körper gejagt. Das alles stopfen wir in uns rein. Die Tiere werden im Winter teilweise in Lastwagen gepfercht und frieren bei Minusgraden an den Außenseiten fest. Das Tier wird dann einfach rausgerissen, auch wenn Fleischfetzen oder unter Umständen Körperteile dort abgerissen werden. Das ist aber noch nicht alles. Fleisch verwest! Sobald Fleisch nicht mehr durchblutet wird, setzt der Verwesungsprozess ein. Es wird also verwesendes Fleisch gegessen. Bio-Fleisch ist dann vielleicht nicht so vollgepumpt mit Medikamenten, aber es ist und bleibt totes Fleisch. Wieso dann nicht auch Menschen essen? Die Vorstellung ist grausam und krotesk.
  • Die Kuhmilch. Ja, ich liebte den Geschmack von Käse. Ich hätte täglich etwas überbackenes essen können. Ein leckeres Sandwich mit Salami und Goudakäse aus dem Sandwichmaker: Der Traum eines jeden Käseliebhabers! Aber der Gedanke, dass es aus Muttermilch einer Kuh hergestellt wird, da dreht sich mir mittlerweile der Magen um. Wer schonmal schwanger war und ein Kind geboren hat, weiß das man (meistens) in der Lage ist sein Kind mit der sich darin bildenden Milch zu ernähren und aufzuziehen. Diese Milch wird ausschließlich durch hormonelle Veränderungen im Körper produziert. Jeder der kurz oder lang gestillt hat, weiß wie unfassbar schmerzhaft eine Brustentzündung ist. Generell wie schmerzempfindlich die Brüste sein können. Eine Kuh die ein Kalb geboren hat produziert aus eigener Kraft 5 Liter Milch am Tag für ihr Kalb. Milchkühe bekommen so viele Hormone, dass sie bis zu 50 Liter Milch am Tag geben müssen! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen wie schmerzhaft das sein muss! Genau aus diesem Grund bekommen alle Milchkühe schon vorsorglich Antibiotika und andere Medikamente, dass die Entzündungen, die sich da bilden, nicht so schlimm werden, dass die Milchkuh lahm liegt und 50 Liter Milch am Tag wegfallen (Stichwort Zeitdruck). Und ich sagte ja bereits im Vorfeld – LESEN AUF EIGENE GEFAHR – der Eiter aus den Entzündungen fließt schön mit in die Milch! Klar, diese Milch wird ultrahoch erhitzt und nach den ganzen Standards in Deutschland oder Europa, überlebt davon auch ganz sicher kein einziger Keim oder Erreger, dennoch ist es mit hineingeflossen, nur ausgeschaltet. Mal abgesehen davon trinken wir hier Muttermilch, die auch wenn sie von der Kuh selbst hergestellt wurde, voller Wachstumshormone steckt. Ein Kalb wächst ja auch unheimlich schnell heran! Kuhmilch trinken ist völlig okay, aber was wäre los, wenn menschliche Muttermilch über die Kellogs geschüttet werden würde?
  • Thema Eier: Auch auf Eier verzichte ich, empfinde es aber nicht ganz so schrecklich wie Fleisch und Milch. Ich finde die Tatsache, was ein Ei ist, einfach irgendwie abstoßend. Wenn Ei in einem Gebäck bspw. drin ist, dann könnte ich darüber hinweg sehen. Ein Beispiel: Ich wollte für Weihnachtskekse eine schöne Deko machen und habe es auf veganem Wege mit Kichererbsen(pseudo)eischnee probiert, aber es hat einfach nicht funktioniert. Selbst wenn ich die Plätzchen fast nur verschenkt habe, ein oder zwei habe auch ich gegessen, aber auch eher mit etwas abstoßendem Gedanken. Grundsätzlich verzichte ich aber auch darauf und würde sagen ich esse zu 99% vegan.

Ich habe mich nicht dazu entschieden vegan zu essen! Nachdem ich dieses Buch gelesen und mich auch weiter informiert habe, wurde mir die Entscheidung einfach abgenommen und ich vermisse nichts. Ich hätte es selbst vor Jahren niemals gedacht, aber es ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.

Oftmals werde ich gefragt, wieso ich so strikt vegan esse, aber dann Designertaschen trage. Es ist eine schwierige Antwort. Ich möchte die tierischen Produkte einfach nicht in meinen Mund stecken und runterschlucken. Ich will es einfach nicht. Alle Designertaschen hatte ich auch tatsächlich schon vor meinem Entschluss vegan zu essen. Ich weiß nicht, ob ich jetzt anders darauf reagieren würde. Ich trage auch Lederschuhe, verzichte aber Konsequent auf echte Felle. Ich bin allerdings ein Fashionlover und für sehr viele passt das einfach nicht zusammen und ich stehe dann oft da und zucke mit den Schultern, weil ich mich selbst in der Bredouille sehe. Eine echte Antwort, außer ich will es nicht in mich reinstopfen gibt es eigentlich nicht. Vielleicht weil mein Hauptgrund auch eher Ekel ist? Klar ist es auch ethisch nicht vertretbar, aber der Ekel daran nimmt doch einen höheren Stellenwert bei mir ein.

Da dieser Beitrag nun doch wirklich sehr lang geworden ist, teile ich ihn in vermutlich in drei Teile auf. Im nächsten Teil werde ich dann zeigen und erzählen, was ich nun esse, denn die meisten, die sich noch nie damit auseinander gesetzt haben, denken es bleibt einfach nichts mehr übrig. Im dritten Teil werde ich nochmal darauf eingehen, wie das denn im Alltag klappt, unterwegs und auf Familienfeiern und wie generell Familienmitglieder darauf reagieren. Sollten diese Beiträge alle zu lang werden, erweitere ich natürlich noch um einen vierten Teil, denn ich möchte euch natürlich gerne noch erzählen, was sich bei mir nun alles verändert hat, seitdem ich vegan esse.

Eine wichtige Anmerkung: Mein Mann isst weiterhin Fleisch, wenn auch sehr wenig und auch meine Tochter darf essen, wie sie es für richtig hält. Weder in meiner Familie, noch in meinem familiären oder freundschaftlichen Umfeld wird irgendwer von mir missioniert. Der Beitrag hier wurde sich sehr häufig gewünscht und daher wollte ich ihn so ehrlich und ungeschönt niederschreiben. Nochmal möchte ich sagen, dass es MEINE persönliche Meinung ist und ich absolut niemanden verurteile, der anders isst!

Folge:

15 Comments

  1. 17. Januar 2017 / 16:39

    Fand ich sehr spannend zu lesen, deinen Beitrag! Jeder hat seinen eigenen Ansatz und es gibt kein „zu wenig“, was man für die Umwelt, die Tiere und seine Mitmenschen tun kann. Jedes bisschen hilft doch und das berühmte „wenn jeder ein bisschen weniger bzw. mehr tun würde, dann sähe das Ganze schon anders aus“, stimmt eben einfach.

    Ich persönlich bin ja #veganfortheanimals und für die Umwelt – Tierleid erschüttert mich jedes Mal bis aufs Mark. Ich war so sauer auf mich selbst, als ich nach vielen Jahren (8 oder 9) Vegetarismus herausfand, wie schrecklich die Milchproduktion ist. Ich brauchte gar nicht lange, um wie du Milch einfach abstoßend zu finden und heute ekele mich davor. Es ist eben Muttermilch – aber halt nicht für Menschen. Fleisch ist für mich nach 10 Jahren eh kein „Lebensmittel“ mehr, sondern „tote Tiere“.

    Ich werde übrigens auch all meine Lederwaren auftragen. Leider liebe ich Designertaschen und Schuhe sehr. Bisher bin ich mit mir dahingehend im Reinen, diese Secondhand zu kaufen.

    Liebe Grüße
    Daniela

    • lovelycatification
      17. Januar 2017 / 16:45

      Ich danke dir vielmals für dein Kommentar. Tatsächlich fühle ich mich so etwas besser. 🙂 Wenn du auch nicht auf Designertaschen verzichten kannst, fühle ich mich nicht ganz so alleine. 🙂

  2. 16. Januar 2017 / 13:33

    Ich finde deine Einstellung super und kann gut verstehen, warum du dich nur noch vegan ernährst. Ich habe großen Respekt davor, weil ich könnte das ganz ehrlich nicht.

    • lovelycatification
      17. Januar 2017 / 16:45

      Ich danke dir! 🙂
      Wie gesagt, jeder wie er kann und will. 🙂

  3. Nikoletta
    15. Januar 2017 / 12:28

    Du sprichst mir aus der Seele !!!
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Nikoletta

    • lovelycatification
      17. Januar 2017 / 16:45

      Ich danke dir!

  4. 14. Januar 2017 / 16:59

    Skinny Bitch habe ich vor ein paar Jahren auch schon mal gelesen und mir ging es wie dir – ich habe mich furchtbar vor Fleisch geekelt und dann 3 Jahre vegetarisch gegessen. Mittlerweile esse ich wieder Fleisch und merke, dass es mir ohne besser ging. Also möchte ich meinen Fleischkonsum drastisch absenken bzw. komplett fleischlos zu leben. Milch musste ich mittlerweile von meinem Speiseplan streichen, weil ich eine Laktoseintoleranz entwickelt habe. Für Käse fehlt mir eine echte Alternative, vielleicht hast du da ja eine Idee. Ich habe Käse immer gerne als Fleischersatz genommen.
    Liebe Grüße
    Anne

    • lovelycatification
      16. Januar 2017 / 8:44

      Hallo Anne,

      danke für dein Kommentar. Bis auf Mozarella habe ich selbst kaum Käse gegessen, eine echte Alternative dazu kenne ich nicht. Ich weiß aber, dass man mit Cashews oder anderen Nüssen wohl zuhause selbst „Käse“ herstellen kann. Vielleicht wäre das ja etwas für dich?

      Alles Liebe
      Lisa

    • 17. Januar 2017 / 16:31

      Hi Anne,

      also für Käse aufs Brot gibt es super Ersatz. Ich persönlich mag hier und da ganz gern den Wilhelsmburger, den violife oder den simply v Scheibenkäse. Für Frischkäse mag ich Heirler natur oder auch wieder simply v – super lecker! Für Mozzarella empfehle ich dieses Rezept weiter: https://www.eat-this.org/veganer-cashew-mozzarella/

      Liebe Grüße
      Daniela

  5. 14. Januar 2017 / 11:23

    Bzgl. Schuhen: Ich halte es tatsächlich für sinnvoller (und auch besser für die Tierwelt), wenige Schuhe, aber dafür aus echtem Leder zu tragen, die jahrelang halten, als sich ständig neue Kunstlederschuhe zu kaufen, die jährlich neuen nicht verrottenden Müll produzieren.
    Nachdem ich jahrelang jedes Jahr eine Handtasche aus Kunstleder weggeworfen und eine neue gekauft habe, weil das Material einfach durch war, habe ich jetzt in eine Lederhandtasche investiert, die ich hoffentlich dann 10, 20 Jahre tragen kann. Auch wenn dafür ein Tier sterben musste, halte ich das für die Gesamtheit der Tiere für besser.

    Denn es gilt ja: Was gut/schlecht für die Umwelt ist, ist auch gut/schlecht für die Tiere …
    Vegan essen wäre nichts für mich, aber ich bemühe mich, allgemein den Konsum einzuschränken, zu überlegen, was notwendig ist (ich persönlich kann besser damit leben, wenn ein Tier für meine Ernährung stirbt, als wenn es für mein 50. Paar Pumps stirbt, die ich einmal und dann nie wieder anziehe). Ich kaufe tierische Produkte, es sollen dann aber welche sein, die auch benutzt werden, länger als eine Saison, und dauerhaft einen Zweck erfüllen.

    Jeder soll da ansetzen, wo er mag – Verschwendung und Überfluss vermeiden, ob bei Ernährung, Konsum oder woanders, ist immer ein guter Ansatz 🙂

    • lovelycatification
      14. Januar 2017 / 13:22

      Danke für deinen Kommentar! Mit deinem letzten Satz triffst du absolut ins Schwarze. Das selbe hat meine Freundin auch zu mir gesagt, als ich sagte, ich kann auf meine Taschen und Schuhe nicht verzichten. Sie meinte auch, jeder wie er kann. Und wenn es nur die Ernährung betrifft, ist es mehr als viele andere tun. Alles Liebe, Lisa

  6. 14. Januar 2017 / 10:41

    Die vegane Ernährung sorgt ja gerade in den letzten Jahren für Diskussionsstoff ohne Ende. Auch ich habe mich umfassend im Rahmen meiner Ernährungsumgstellung vor gut 3 Jahren über alles Mögliche zum Thema informiert. Und wie das so ist: Es gibt gute Denkanstöße, übertriebene Artikel, dann die ewige Frage, ob Veganern gewisse Dinge in der Ernährung fehlen usw., darauf bist Du ja sicher auch gestoßen. Ich muss dazu sagen, dass ich kein Mensch bin, der von heute auf morgen radikal alles ändert, egal, was. Als ich jahrelang eine Sportpause eingelegt hatte, kam der Entschluss wieder Sport zu treiben durch eine für mich sehr unangenehm Situation, so dass ich wusste, ich muss mich wieder mehr bewegen. Aber auch da habe ich mich erst mal vorsichtig rangetastet, keinen Muskelkater des Todes riskiert, aber leider irgendwann war ich dann doch extrem ehrgeizig, was geschadet hat, also wurde da auch wieder runtergefahren. Beim Essen genauso: Anfangs noch verhalten, es klappte gut, dann doch übertrieben in die positive Richtung und ich merkte, dass ich nichts davon habe und es kontraproduktiv ist, wenn ich gewisse Lebensmittel nicht mehr esse, nur, um Trends zu folgen oder weil das eben nicht so gesund ist. Für mich war es dann gesünder, weniger Fleisch zu essen, anstatt ganz darauf zu verzichten, wobei ich sagen muss, dass ich noch nie viel Fleisch gegessen habe. Mittlerweile esse ich sehr kontrolliert Lebensmittel, immer so frisch wie möglich und wenig verarbeitet. Irgendwann war ich im letzten Jahr an einem Punkt, dass ich merkte, ich will keine Milch mehr trinken, aber nicht, weil ich mich davor geekelt habe, sondern so wie Du Dir das alles nicht mehr in den Mund stecken willst, wie Eier etc., so erging es mir mit der Milch. Ergo wurde Milch dann durch anderes ersetzt. Soja- und Reismilch schmecken mir nicht, nun verwende ich fürs Müsli seit fast nem Jahr nur noch Hafermilch. Eier esse ich auch so gut wie keine mehr, außer mal in nem Kuchen – mir fehlt nichts, ich vermisse nichts. Fleisch 1 x im Monat, einfach so – was auch irgendwie doof ist, ne – aber ich stehe dazu, ich esse es mal ganz gerne. Da meine warmen Mahlzeiten zu 80 Prozent aus Gemüse unterschiedlichster Art bestehen, gestehe ich mir dann gewisse Dinge zu, wie eben mal etwas Fleisch, was umstritten ist. Ich kann Deine Gedanken aber gerade zum Thema Fleisch und Milchprodukte absolut nachvollziehen. Meine Eiweißquellen versuche ich schon lange überwiegend pflanzlich zu erhalten, ist aber auch nicht immer so leicht – also wird trotzdem Quark oder auch Hüttenkäse gekauft – denn ich möchte und muss auch weiter abnehmen und das hilft mir schon sehr dabei. Grundsätzlich denke ich, dass es Menschen, die schon immer gern Gemüse und Obst gegessen haben, sehr viel leichter fällt, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern und es ist ja eine Tatsache, dass die meisten „Pflanzenfresser“ die besseren Blutwerte haben, das kommt nicht von ungefähr. Meine Blutwerte sind auch in Ordnung, aber sind dennoch otpimierbar und daran arbeite ich. Was ich auf jeden Fall gemerkt habe, dass man mit überwiegend pflanzlicher Ernährung leistungsfähiger und konzentrierter ist, sich fitter und vitaler fühlt. Über die Feiertage haben wir doch wieder einiges an Fleisch gegessen und ich sagte hinterher zu meinem Freund, dass es nun aber genug ist damit und ich war heilfroh, wieder zur Tagesordnung über zu gehen. Es sind wohl auch oft die alten Gewohnheiten, weil man etwas eben immer so gemacht hat, dass man zu besonderen Anlässen noch daran festhält, obwohl man vieles schon verinnerlicht hat. Ich finde es toll, dass Du nicht verurteilst, wie andere essen und auch, dass Dein Mann sein gelegentliches Fleisch noch essen „darf“ sowie Deine Tochter das essen darf, was sie mag. Ich finde auch, dass Kinder ruhig mal alles probieren sollten; da Du als Mutter ja die Ernährung größtenteils vorgibst, wird sich das bei ihr sicher auch auf ein gesundes Maß einpendeln und ich denke, das ist das Entscheidende dabei. Meine Devise ist, von allem ruhig etwas essen, es ist nicht das Stück Fleisch, was uns krank macht, sondern der übermäßige Genuss dessen, aber wenn man Fleisch und Milchprodukte aus ästhetischen Gründen ablehnt, ist das völlig in Ordnung und nachvollziehbar. Ich freue mich auf weitere Beiträge zum Thema! Liebe Grüße

    • lovelycatification
      14. Januar 2017 / 13:26

      Tausend Dank für deinen langen Kommentar und die Zeit, die du dir dafür genommen hast!
      Ich finde es wie gesagt auch nicht verwerflich, wenn man Fleisch oder Milch trinkt. Jeder soll wie er will. Mir geht es allerdings auch so unfassbar viel besser, supplementiere aber Vitamin B12, weil das tatsächlich Mangelware bei „Veganern“ ist. Ansonsten fehlt es mir an nichts. Zusätzlich, neben dem Kraftsport, mit dem ich im Dezember begonnen habe, nehme ich noch pflanzliches Eiweiss zu mir (Reisprotein und Erbensprotein, ab und zu Hanfprotein) und ich habe das Gefühl mir fehlt es an nichts.
      Stimmt absolut was du sagst, unsere Tochter isst wie sie mag und sie liebt z.B. Thunfisch aus der Dose oder Gelbwurst (wie wohl fast jedes Kind) und ich würde ein Teufel tun ihr das zu verbieten. Dennoch isst sie von ganz alleine auch Gemüse und Obst und meckert beim Essen nicht rum. Entweder sie hat hunger und isst oder sie hat einfach keinen, dann wird aber auch alles verschmäht. Ich denke sie macht das schon ziemlich gut und ja klar, sie will natürlich auch das was Mama und Papa essen und das ist nun überwiegend gesund. 🙂
      Hab ein schönes Wochenende! 🙂

  7. 14. Januar 2017 / 10:38

    Ich finde deine Einstellung super 🙂 Am Ende muss die Ernährung für jeden persönlich funktionieren. Dass du trotzdem Leder im Kleiderschrank hast finde ich gar nicht widersprüchlich. Es kommt immer auf den jeweiligen Grund und Motivation für vegane Ernährung an.

    Mein Freund und ich haben mal zwei Wochen vegane Ernährung ausprobiert und es hat uns sichtlich gut getan. Allerdings ist rein vegane Ernährung nichts für uns. Wir essen 60% vegane, 30% vegetarisch und den Rest Fleisch, von dem wir wissen woher es auch wirklich ist.

    Liebe Grüße
    Andrea

    • lovelycatification
      14. Januar 2017 / 13:28

      Hallo Andrea,
      absolut in Ordnung! Ich finde es immer ganz ganz toll, wenn man es wenigstens versucht! Das heißt zumindest man hat sich mit dem Thema einfach auseinander gesetzt und ich glaube das beeinflusst einen dann trotzdem, auch wenn man immer noch tierische Produkte isst. Man überlegt vielleicht doch noch zweimal, ob man dies und jenes wirklich essen will usw.
      Hab ein schönes Wochenende und lieben Dank für deinen Kommentar! 🙂

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